Wie soll man die SAP-Implementierung vorbereiten? Das Wissen der BCC-Experten, die Erfahrung der Kunden und die Fallbeispiele.

Better-Business-Akademie

Konzernweite Business-Intelligence-Systeme

Strategisches Data Warehouse

LEITFADEN | Autor: Aneta Suchanecka (BCC)

Vorbereitet in 2011 r. | Seitentreffer: 3206 | Durchschnittsbewertung: 4

In den Mehrniederlassungsorganisationen und Konzernen ist die Erstellung einer effizienten Berichtsumgebung, die die Daten aus verschiedenen Organisationsstufen und IT-Werkzeugen aggregiert und zuverlässige Verwaltungsdaten liefert, keine einfache Aufgabe. Die Grundlage der Architektur von analytischen Systemen soll die Business-Intelligence-Strategie darstellen, die es ermöglicht, wird, die lokal beschaffenen Daten in den zentralen Entscheidungsprozessen zu verwenden.

Ein typisches Szenario der Entwicklung von einem Business-Intelligence-System in den Unternehmen hat seine Anfänge in einer Tabellenkalkulation, die bis zur Migration in das System, das auf den Data-Warehouse-Lösungen basiert, verbessert und automatisiert wurde. Diese Entwicklungsrichtung der analytischen Systeme (Engl. bottom-up), kann, obwohl sie anfänglich als ganz natürlich gilt, mit der Zeit zu einer Beschränkung für Konzerne oder Unternehmen werden, die ihre Niederlassungen an mehreren Orten haben.

Bei solchen Bedingungen weisen die Systeme eine unkontrollierte Datenredundanz auf. Typischerweise wird auch eine Vielfalt von Reporting-Bereichen separat entwickelt.

Mangel an der einheitlichen Analyse der Daten schränkt wesentlich die Möglichkeit ein, sie zu vergleichen und zu überprüfen, vor allem auf der Unternehmensstufe.Andere Konsequenzen des Strategiemangels bei der Erstellung von konzernweiten BI-Systemen:

  • Unkontrollierte Datenflüsse und Datenredundanz,
  • Entwicklung der engen Reporting-Bereiche,
  • höhere Kosten,
  • Mangel an einer einheitlichen Datenanalyse,
  • Eingeschränkte Ausbauflexibilität des Berichtswesensystems,
  • geringe Zuverlässigkeit der Daten.

In extremen Fällen können die Zeitaufwandskosten, die mit der Sammlung, manuellen Auswertung und entsprechenden Formatierung von Daten verbunden sind, den Wert der auf diese Weise erworbenen Information überragen. Infolge des Mangels an einer konsistenten Reporting-Plattform sind die Datenbeschaffungskosten hoch, die Ergebnisse bilden keine zuverlässige Grundlage für das Treffen der Verwaltungsentscheidungen und die Möglichkeiten der weiteren Entwicklung des analytischen Systems sind sehr begrenzt.

Eine entsprechende konzernweite Strategie zu definieren, dass die Prinzipien und Richtlinien für die Architektur des analytischen Systems bestimmt, ist der erste Schritt bei der Erstellung einer Business-Intelligence-Lösung für das Unternehmen.Die Strategieerstellung soll eine von der Unternehmensführung aus ausgegangene Initiative sein, die zur Harmonierung und Vereinheitlichung der lokalen Datenauffassung (Engl. top-down) führt.

Neben der Selektion eines ERP-Systems übt die Auswahl einer IT-Plattform für BI-Lösungen den größten Einfluss auf den IT-Bereich im Unternehmen aus.Sie ist sehr oft eben von dem im Unternehmen benutzten ERP-System bestimmt.Die Unternehmen entscheiden sich für die Lösungen eines Herstellers, weil das eine konsistente Architektur, einfachere Integration und niedrigere Systemunterhaltungskosten gewährleistet.Es ist aber nicht immer der Fall, und manchmal, obwohl selten, kommt es vor, dass das BI-System eine einzige gemeinsame Lösung im Unternehmen ist.

Unabhängig von der ausgewählten Technologie und dem Lieferanten der Lösung muss man nach dem Treffen einer Entscheidung über Einführung des konzernweiten Standards für ein BI-System eine Reihe von Faktoren analysieren, die die künftige Architektur des Systems bestimmen.Da jedes Unternehmen anders ist, gibt es keine einzige gebrauchsfertige Lösung.Eine optimale Lösung zu entwickeln ist ein zusammengesetzter Prozess, der u.a. folgende Elemente berücksichtigen soll:

  • Ziele und Umfang des Data Warehouses,
  • Quellsysteme,
  • Berichtsanforderungen,
  • Systemverwaltung, -unterhaltung und -entwicklung,
  • Berichtswerkzeuge.

Für wen ist das Data Warehouse bestimmt?

Erstellung eines Daten-Repository, das einen konsistenten Einblick in die Informationen ermöglicht, die aus verschiedenen Abteilungen, Orten und Systemen stammen, ist das Hauptziel der Erstellung eines konzernweiten Data-Warehouse-Systems.

Der Umfang der mit der Verwendung von BI-System zusammenhängenden Bedürfnisse kann unterschiedlich sein, abhängig vom Unternehmen.Erstellung einer Definition dieses Umfangs wird die Entscheidungen über die zusammengesetzte Architektur der Systeme und die Zusammenhänge zwischen ihnen beeinflussen.Wird das Data Warehouse die analytischen Prozesse nur auf der Konzernstufe unterstützen, oder wird es auch von den lokalen Niederlassungen auf der operativen Stufe verwendet?

Wenn die Verwendung der Werkzeuge auf mehreren Organisationsebenen geplant ist, empfiehlt es sich, die Möglichkeiten der Entwicklung von den typisch lokalen Berichtsanforderungen zu erwägen und entsprechend früh zu sichern.Diese können auf der Ebene des Zugangs zum Werkzeug oder durch die Entwicklung der lokalen Data Warehouses erfüllt werden.Wenn eines der Systemziele daraus besteht, die Daten den anderen Reporting- oder Transaktionssystemen zu liefern, sollte die Automatisierung eines solchen Prozesses erwogen werden.

Quellsysteme

Die Komplexität des Integrationssystems von konzernweiten Daten hängt von der Anzahl und der Verschiedenartigkeit der Transaktionssysteme ab, die eine Quelle für die Data Warehouses bilden.Wenn die lokalen Niederlassungen ein Transaktionssystem benutzen, schein die Idee der Einführung eines gemeinsamen Berichtswerkzeuges wegen der niedrigeren Unterhaltungskosten und des einzigen Zugriffs auf die gemeinsamen Datenstrukturen richtig zu sein.Manchmal, wenn die Tätigkeit der lokalen Gesellschaften sehr unterschiedlich ist, ist es günstiger, die regionalen Data Warehouses, die von den lokalen Systemen gespeist werden, zu entwickeln, die die Daten von einer bestimmten Qualität und Genauigkeit, nach den vereinbarten Regeln und Definitionen zum konzernweiten Warehouse liefern werden.

Die Flussrichtung kann auch umgekehrt sein – die Daten gelangen zuerst in das konzernweite Repository, und nach der Integration werden sie an die anderen Systeme weitergeleitet.Ein Beispiel einer solchen Architektur kann die Notwendigkeit der Lieferung von aggregierten Daten in das Transaktionssystem nach den Prinzipien der Rückkopplung sein.Das konzerweite Data Warehouse kann auch ein Punkt des Zugriffs auf die lokalen analytischen Systeme zum Zweck der Datenverteilung sein, was einerseits dem Prinzip von „einer Version der Wahrheit“ entspricht, andererseits aber oft die gewünschte Unabhängigkeit der lokalen BI-Lösungen gewährleistet.

SAP in den konzernweiten BI-Systemen
Im Rahmen von SAP NetWeaver Business Intelligence und SAP BusinessObjects gibt es Lösungen für eine komplexe Verwaltung von Information und Unterstützung der Entscheidungsverfahren im Unternehmen:

  • Integration und Reinigung von Daten – BO Data Services
  • Data Warehouse – SAP NetWeaver BW
  • formatiertes Berichtswesen – Crystal Reports
  • Flexibles Berichtswesen und Ad-hoc-Analysen –Web Intelligence
  • Management Cockpits – Xcelsius

Anforderungen für heute und für morgen

In der allgemeinen Bewertung des konzernweiten BI-Systems ist der Grad der Erfüllung von den Benutzererwartungen am wichtigsten.Der Kontext der Anforderungen soll breiter sein als nur die Summe von Berichten, ihre Bestimmung und Definitionen.Nicht weniger wichtig sind Verfügbarkeit, Frequenz der Datenauffrischung, als auch Sicherheit der Daten und Berechtigungen.

Noch andere Elemente spielen in bestimmten Situationen eine wesentliche Rolle, zB. in den Systemen, die in vielen Zeitzonen eingesetzt werden.In solch einem Fall bedürfen kurze Zeitfenster der geschäftlichen Untätigkeit oder Mangel an Zeitfenstern eines speziellen Vorgehens bei der Planung von den Datenladungsprozessen bei gleichzeitiger Sicherung der Kontinuität von Prozessen und des Datenzugangs.Nur eine vorzeitige korrekte Planung der Systemarchitektur kann helfen, solche Anforderungen zu erfüllen.

Bei der Entwicklung einer Lösung ist Berücksichtigung der heutigen Bedürfnisse genauso wichtig wie Planung der Systemflexibilität bezüglich der künftigen, wachsenden Anforderungen, eventuellen Änderungen und Erweiterungen.Die Konzernerwartungen in Bezug auf das Berichtswesen werden nicht unbedingt eine Anwendung auf der Betriebsebene finden, deshalb sollte die Systemarchitektur Flexibilität und Freiheit der Berichte auf den niedrigeren Ebenen der Organisation sichern.

Die endgültige Entscheidung über die Form der BI-Lösung wird das Ergebnis vieler Faktoren sein, ähnlich wie bei der Entwicklung von anderen IT-Werkzeugen, auch für das Data Warehouse gilt die Regel, dass das System nutzlos sein wird, wenn es die Benutzeranforderungen nicht ganz erfüllt.

Für die Analyse der Prozesse und Änderung der Berichtsdefinitionen sind nicht nur die BI-Teams zuständig. Die Initiative, das System zu ändern oder zu erweitern, soll immer von den geschäftlichen Benutzern stammen.

Business Objects 4.0
Nach der Ankündigung des Systemherstellers wird SAP AG im Mai des laufenden Jahresdie neueste Version von SAP Business Objects XI 4.0 zur Verfügung stellen.Die neuen Werkzeuge werden u.a. Folgendes unterstützen:

  • Integration mit sozialen Netzen und mobilen Anwendungen
  • Bessere und schnellere Verarbeitung einer großen Anzahl von Daten
  • Echtzeitverarbeitung von Daten, als auch von unstrukturierten Informationen
  • Umfangreichere Integration mit den BI- und Informationsverwaltungslösungen im Unternehmen

Bei einem konzernweiten Projekt, an dem viele Mitarbeiter als auch Teams aus vielen Organisationsebenen beteiligt sind, sollten die Zuständigkeiten für BI-Anforderungen klar delegiert werden.

Verwaltung und Wartung

Das konzernweite Data Warehouse ist eine lebendige Lösung, die sich mit der Steigerung des Bewusstseins der Benutzer und Markt- oder Prozessänderungen entwickelt.Das Hinzufügen von neuen Funktionalitäten oder Änderung des bisherigen analytischen Ansatzes sollten ohne Änderung der ganzen vorhandenen Architektur oder Ausfälle möglich sein.Das gilt auch für das Starten einer Lösung (Engl. roll-in) in den neuen Unternehmensniederlassungen.Auch wenn die Erstellung solch einer offenen Architektur anscheinend eine überflüssige Belastung in der Anfangsphase der Systementwicklung darstellt, wird sich diese Anstrengung in der Zukunft bestimmt zurückzahlen.

Ein anderer, mit der Systemwartung verbundener Aspekt ist ein entsprechend ausgeglichenes Verfahren zur Änderungsverwaltung. Ein zu komplizierter und für potentielle Benutzer lästiger Pfad der Änderungseinführung wird die Unterlassung von Versuchen, das System zu verbessern, hervorrufen.Infolgedessen entstehen zu große Diskrepanzen zwischen Anforderungen und dem tatsächlichen Zustand und es kommt zur ungenügenden Verwendung von BI-Lösung.Eine ähnliche Folge wird die Zustimmung zu voreiligen und unkontrollierten Änderungen im System haben.

Auch die Rollen- und Zuständigkeitenverteilung zwischen den Konzern-Teams und den BI-Teams, die das System gemäß den lokalen Anforderungen entwickeln, ist von Bedeutung.. Eine der am meisten verwendeten Verfahren setzt voraus, dass das Datenmodel und die gemeinsamen Berichte ein Eigentum des Konzerns sind und das zentrale BI-Team für sie zuständig ist, die Berichte für Benutzer dagegen von den lokalen Teams entwickelt werden.

Datenpräsentationsschicht

Verschiedene Benutzer haben unterschiedliche Anforderungen in Bezug auf Erstellung, Präsentation, Flexibilität und Interaktivität der Berichte. Architektur der modernen Data-Warehouse-Systeme, zu denen auch SAP-Werkzeuge zählen, ermöglicht es, die Datenschicht von der Schicht der Berichtserstellung- und Berichtpräsentation (OLAP-Werkzeuge) zu trennen.Dank dessen können die Berichtswerkzeuge verschiedenen Benutzergruppen unabhängig voneinander bereitgestellt werden, sowohl auf der Konzernebene, als auch lokal.Auf diese Weise können einige Erwartungen auf der Anwendungsebene, ohne separate Systeme entwickeln zu müssen, erfüllt werden.

Ein Beispiel einer solchen Lösung kann die Möglichkeit der Erstellung der eigenen Analysen von den Mitarbeitern aus ausländischer Unternehmensniederlassung sein.Anstatt ein System mit dem separaten Data Repository für die Niederlassung zu erstellen, wird ein lokales BI-Werkzeug bereitgestellt, das Erstellung und Präsentation von eigenen Berichten, die auf den Daten des konzernweiten Warehouses basieren, ermöglicht.Solch ein Ansatz ermöglicht es, sich an die konzernweiten Berichtswesensstandards und an das Prinzip „eine Version der Wahrheit“ zu halten.

SAP-Werkzeuge für Business Intelligence

SAP-BI- und SAP-BusinessObjects-Plattform unterstützen verschiedene Modelle und Konfigurationen von den konzernweiten Analysesystemen. Das von SAP vorgeschlagene Konzept LSA (Engl. Layer Scalable Architecture) ist eine Sammlung von guten Vorgehensweisen bei der Modellierung einer skalierbaren, klaren und kompletten BI-Architektur.Die Idee von LSA beruht auf der Daten- und Systemfunktionsmodellierung gemäß den dedizierten Schichten, die die Dienstleistungen für die einzelnen Systemfunktionen, wie etwa Datenladung, Konsolidierung, Propagierung, Integration, Berichtswesen usw. repräsentieren.

Dieser Ansatz setzt auch den Datenfluss von den am meisten detaillierten und nicht integrierten zu den aggregierten und der geschäftlichen Definition angemessenen und die logische vertikale Gliederung von Informationen nach den Organisationsstrukturen, Regionen, Zeitzonen über alle semantischen Schichten vor.LSA ist ein Bezug zur Erstellung von einer flexiblen und leistungsfähigen konzernweiten BI-Lösung, die auf dem SAP-BI-Data-Warehouse basiert.

Die Möglichkeit, verschiedene Arten von Werkzeugen für Erstellung, Analyse und Präsentation der Berichte zu wählen, darunter eine einfache Integration von den BusinessObjects-Werkzeugen ermöglichen es, die Erwartungen von Benutzern und die Wahl der optimalen Architektur flexibel zu verwalten.Die SAP-BI-Plattform bietet ein breites Spektrum an Funktionen, die die Bedürfnisse des konzernweiten Analysesystems unterstützen.Die Verwendung von Werkzeugen und Erzeugung neuer Berichtanforderungen müssen aber einem übergeordneten Ziel dienen, dh. der Umsetzung der konzernweiten Strategie.

Seitentreffer: 3206 || Durchschnittsbewertung: 4

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